Zwei Großvorhaben am Kurfürstendamm: Neuer Raum für Wohnen, Arbeiten und Kultur in der City West
Neue Dynamik in der City West. In den letzten Wochen sind im Bezirk zwei Bauvorhaben in den Blick gerückt, die den Kurfürstendamm nachhaltig und positiv prägen werden. Das Großprojekt „Fürst“ auf dem Areal des ehemaligen „Kudamm-Karees“ am Kurfürstendamm 206 nähert sich der Fertigstellung. Am Kurfürstendamm 106 in Halensee plant das frühere Autohandelsunternehmen Eduard Winter bis zu 700 Mietwohnungen auf seinem Stammgelände. Beide Vorhaben wurden zuletzt öffentlich vorgestellt, das eine bei einem Baustellenrundgang der AG City, das andere im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung.
Der „Fürst“ ist zurück im Zeitplan
Rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft besichtigten die Baustelle am früheren Kudamm-Karree. Den Baustopp vor drei Jahren hatte Baustadtrat Christoph Brzezinski als Katastrophe für die ganze City West bezeichnet. Nach dem Einstieg neuer Investoren ging es seit Ende 2024 wieder voran und biegt nun auf die Zielgerade ein: Das gesamte Quartier soll bis Jahresende sein fertiges Erscheinungsbild erhalten, der Turm wird bis Mitte 2027 auch bezugsfertig sein. Der Vermietungsstand liegt nach Angaben des Projektträgers bei über 50 Prozent, neben Büros auch für Einzelhandel, Gastronomie, Sport und Kultur. Besonders erfreulich ist, dass die Komödie am Kurfürstendamm im ersten Quartal 2027 endlich an ihren angestammten Platz zurückkehren wird, in ein neues modernes Theater mit 650 Sitzen in zwölf Metern Tiefe und dem geretteten historischen Kronleuchter. In Zeiten klammer öffentlicher Kassen und Einsparungen auch im Kulturbereich erhält unser Bezirk damit eine neue Theaterspielstätte in bester Lage; das dürfte beispiellos in Deutschland sein.
700 Mietwohnungen auf altem Autohausgelände in Halensee
Architekt Dominik Krohm und Geschäftsführerin Frederike Krinn stellten im Stadtentwicklungsausschuss am 26. August die Pläne für das über 15.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Kurfürstendamm, Karlsruher Straße und Katharinenstraße in Halensee vor. Vorgesehen sind ca. 700 Wohnungen mit ein bis vier Zimmern rund um einen ruhigen Innenbereich, dazu neue geschäftliche Nutzungen entlang des Kurfürstendamms. Das denkmalgeschützte Stammhaus bleibt erhalten und wird saniert. Nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung sollen 30 Prozent der Wohnfläche einer sozialen Mietpreisbindung unterliegen. Das Bauvorbescheidsverfahren läuft, ein städtebaulicher Vertrag wird geschlossen. Mit einer Baugenehmigung rechnen Bauherr und Bezirksamt im Jahr 2029, mit dem Baustart ab 2030. Das Vorhaben wird auch Grundlage des Bauturbos ohne Bebauungsplanverfahren genehmigt werden.
Dazu unser Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Liegenschaften und IT, Christoph Brzezinski: „Die City West zeigt eindrucksvoll ihre Dynamik. Beim Projekt Fürst haben wir in einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Senat, Bezirk und Investoren eine drohende Bauruine abgewendet und machen den Weg frei für ein lebendiges Quartier samt Rückkehr unserer traditionsreichen Komödie; ein neuer Mittelpunkt für das Herz unseres Bezirks entsteht. Gleichzeitig schaffen wir in Halensee die Grundlagen für 700 moderne, dringend benötigte Wohnungen auf heute vollversiegelter Fläche. Das ist nachhaltige und aktivierende Stadtentwicklung, mit der wird die City West zukunftssicher und lebenswert mit Stärkung ihres traditionsreichen Nutzungsmixes aufstellen.“
Wachstum mit Augenmaß
Die CDU-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf begrüßt beide Vorhaben. Am Kurfürstendamm 206 wird aus einer drohenden Bauruine wieder ein lebendiges Stück Innenstadt mit Theater, Handel und Gastronomie. In Halensee entstehen dringend benötigte Mietwohnungen an einem Standort, der bisher überwiegend als Stellplatzfläche diente. Ein Dank gilt Baustadtrat Brzezinski (CDU) und den Mitarbeitern des Bezirksamts, die beide Verfahren fachlich begleiten.