Olympisches Dorf für Charlottenburg-Wilmersdorf: Was die Berliner Olympiabewerbung für unseren Bezirk bedeutet

Foto: Olympiastadion bei Nacht von Tobi 87 - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8315738Foto: Olympiastadion bei Nacht von Tobi 87 - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8315738

Mit "BERLIN+" bewirbt sich Berlin gemeinsam mit den Partner-Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Im nationalen Auswahlverfahren stehen aktuell noch drei Bewerber im Rennen: Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region, nachdem sich Hamburg nach einem gescheiterten Bürgerreferendum zurückgezogen hat. Die Entscheidung, welcher deutsche Kandidat ins internationale Rennen geht, fällt am 26. September 2026 beim DOSB. Für Charlottenburg-Wilmersdorf hat diese Bewerbung schon jetzt eine besondere Bedeutung: Gleich mehrere zentrale Bausteine des Konzepts liegen direkt in unserem Bezirk.

Olympisches Dorf entsteht bei uns

Das Olympische und Paralympische Dorf soll auf dem 45 Hektar großen Areal "Stadteingang West" zwischen den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald entstehen, dem ehemaligen Güterbahnhof Grunewald. Dort sollen mindestens 2.400 neue Wohnungen für rund 5.000 Menschen gebaut werden, umgesetzt vom landeseigenen Unternehmen HOWOGE. Während der Spiele könnten dort rund 16.000 Athletinnen und Athleten wohnen, das sind etwa 75 Prozent aller Teilnehmenden. Die Entfernung zum Olympiastadion beträgt nur rund sieben Kilometer und ist sogar fußläufig erreichbar.

Wichtig zu wissen: Dieses neue Stadtquartier wird unabhängig vom Ausgang der Olympiabewerbung gebaut. Es ist eines von 24 neuen Stadtquartieren in Berlin und trägt dauerhaft zur Entspannung des Wohnungsmarkts bei. Eine erfolgreiche Bewerbung würde die Entwicklung zusätzlich beschleunigen und dem Quartier eine besondere Sichtbarkeit verleihen.

Unser Bezirksamt ist eingebunden

Der "Stadteingang West" wurde als Gebiet von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung eingestuft. Das bedeutet konkret: Die weitere Bauleitplanung erfolgt in Abstimmung mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Unser Bezirk hat bei diesem Großprojekt also eine formale Mitwirkungsrolle.

Sanierung statt Neubau

Ein zentrales Prinzip der Berliner Bewerbung lautet Nachhaltigkeit: 97 Prozent der für die Spiele vorgesehenen Sport- und Veranstaltungsstätten sind laut Bewerbungskonzept bereits vorhanden, deutlich mehr als die vom DOSB geforderten Mindestanforderung von 90 Prozent bestehender oder temporärer Wettkampfstätten. Statt aufwendiger Neubauten setzt das Konzept auf Sanierung und Modernisierung bestehender Anlagen, darunter auch das Olympiastadion und das benachbarte Olympia-Schwimmstadion in unserem Bezirk.

Breite politische Unterstützung

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat sich mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen. Zudem legt die Bewerbung Wert auf Barrierefreiheit und Inklusion, sowohl bei den Wettkampfstätten als auch beim Olympischen Dorf, das nach den Spielen als inklusiver Wohnraum weitergenutzt werden soll. Ergänzt wird das Konzept laut Planungsangaben des Senats durch Investitionen von rund 445 Millionen Euro in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, wovon auch unser Bezirk profitieren würde.

Dazu unser Sportpolitischer Sprecher Hans-Joachim Fenske: „Charlottenburg-Wilmersdorf gewinnt mit Olympia. Die Sanierung und Modernisierung der bezirklichen Sportanlagen ist seit jeher ein zentraler Bestandteil unserer kommunalpolitischen Schwerpunktsetzung. Es ist richtig und wichtig, dass das Konzept diesen Weg weitergeht.“

Die CDU-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf verfolgt die Entwicklung der Olympiabewerbung aufmerksam und sieht insbesondere im geplanten neuen Stadtquartier eine Chance für unseren Bezirk, unabhängig vom Ausgang der Bewerbung.